FSA – Persönlicher Eventbericht

Formula Student Austria 2019 ist das erste Formula Student Event, an dem ich teilgenommen habe, und bot somit Anlass für viele erste Male. Zum ersten Mal in Österreich sein, zum ersten Mal zelten, zum ersten Mal ein Produkt vor Investoren vorstellen, zum ersten Mal das Gaspedal im Rennwagen durchtreten und zum ersten Mal ganz schnell aus diesem wieder rausspringen. Jeder Tag bot also seine eigenen Herausforderungen, vor allem für jemanden wie mich, der wie erwartet kein großer Freund des Zeltens ist. Der Red Bull Ring in Spielberg als Location hat dafür einiges wieder gutgemacht. In Rennsimulationen bekommt man kaum mit wie schön diese Strecke eigentlich ist. Gut, dass wir hier den Großteil unserer Zeit verbracht haben. Und diese Zeit war gut gefüllt.

Sonntag – Tag 0
Am Sonntag, beziehungsweise Tag 0, mussten wir uns sowohl an der Rennstrecke, als auch am Campingplatzt einrichten. Zeltaufbau im Regen war natürlich das absolute Highlight. Entsprechend ging es dann an Tag 1 gleich richtig los.

Montag – Tag 1
Persönlich habe ich an unserem 19er-Rennwagen die Karosserie konstruiert und mithilfe anderer Teammitglieder gefertigt. Insofern habe ich beim Schrauben am Wagen nur geholfen. Dabei wurde sehr viel am Wagen geschraubt, denn die stets um unsere Sicherheit bemühten Judges drücken hinsichtlich der Regelkonformität der Rennwagen kein Auge zu. Insofern hatten alle tatkräftig am Wagen geschraubt, um bekannte Mängel auszubessern. Die Fahrer müssen in der Lage sein, den Rennwagen schnellstmöglich zu verlassen, was in Form eines Egress-Tests geprüft wird. Mir wurde die Ehre zuteil als Fahrer antreten zu dürfen. Der Großteil der vorgesehenen Fahrer (inklusive mir) hat den Test bestanden. Somit endete der erste Tag mit einer positiven Note.

Dienstag – Tag 2
Tag 2 war den statischen Disziplinen gewidmet. Ich habe mit unserem damaligen wirtschaftlichen Leiter die Business Plan Presentation gehalten. Diese fand in einer angenehm eingerichteten Lounge statt, mit einem Beamer-Setup, dass glücklicherweise auf Anhieb einwandfrei funktionierte. Somit fühlte sich das ganze sehr seriös an. Vor allem die skeptischen Blicke der Jury, die potenzielle Investoren gespielt hatten, waren sehr überzeugend. Die Präsentation lief nicht perfekt, aber wir haben sehr wertvolles Feedback erhalten, welches für FSG effektiv umgesetzt werden konnte. Danach ging es gleich weiter mit dem Engineering Design Report und dem Cost Report. In beidem traten wir, wie die anderen Teams auch, mit der vollen Mannschaft auf. Manche Kabinen waren bis zum Rand mit Studierenden gefüllt. Natürlich ist es bei diesen Disziplinen vorteilhaft, direkt die Person heranführen zu können, die das Bauteil entwickelt hat, jedoch ging es hierbei offensichtlich auch darum, Teamgeist zu präsentieren. Nach Tag 2 war ich vor allem erleichtert, dass meine Präsentation vorüber war, aber auch ziemlich stolz darauf, dass wir die Statics absolviert hatten. Allerdings musste es, wie eigentlich fast immer, einen Tiefpunkt geben.

Mittwoch – Tag 3
An Tag 3 begannen die dynamischen Disziplinen, bei denen alle Teams, die alle sicherheitsrelevanten Tests bereits bestanden hatten, um Bestzeiten in verschiedenen Disziplinen fahren konnten. Leider gehörten wir zu den Teams, die den Großteil des Tages mit besagten sicherheitsrelevanten Tests verbracht hatten. Wohingegen wir den Tilt-Test und die Sicherheitsinspektion (auch bekannt als Scrutineering) beim zweiten Anlauf absolvieren konnten, hat uns der Noise-Test, bei dem der Wagen einen gewissen Lautstärkepegel nicht überschreiten darf, das Leben erschwert. Auf einmal traten zuvor unbekannte Probleme auf, wodurch der Wagen unfassbar laut wurde, bevor er dann nach wenigen Sekunden ausging. Die Zeit verging und ich dachte mir ehrlicherweise, dass das nichts mehr werden kann. Doch das Team gab nicht auf. Der Ehrgeiz im Team, die Hilfsbereitschaft zwischen den Teams und die Bereitschaft der Judges, bis zur letzten Sekunde Tests durchzuführen, hatten diesen Tag nochmal richtig spannend gemacht. Am Ende hatten wir es tatsächlich noch geschafft, den Wagen durch den Noise-Test, und den darauffolgenden Brake-Test zu bringen. Bereichert durch ein Paar Sticker anderer Teams, trat unser Wagen schließlich noch in letzter Gelegenheit zum Autocross an und dies lief erstmal richtig gut. Leider ging er auf der Strecke aus, und da die Batterie durch den umfangreichen Noise-Test geleert wurde, konnten wir die Runde nicht absolvieren. Es war ein harter Tag für alle, und dennoch war ein Teil der Crew bereit, sich nach nur wenigen Stunden Schlaf wieder an den Wagen zu setzen.

Donnerstag – Tag 4
An Tag 4 durfte ich etwas später antreten und mir zusammen mit ein paar weiteren Teammitglieder und ein paar Freunden aus dem Team der Ruhr Unversität Bochum das Endurance-Event anschauen. Mehrere Rennwagen gleichzeitig auf der Strecke mit einem Publikum aus Studierenden, Verwandten und Freunden und vielleicht dem ein oder anderen schaulustigen Besucher. Dazu tolles Wetter in einer wie bereits erwähnt wunderschönen Landschaft. Das Endurance war ein Vergnügen und auch hierbei spiegelte sich der Geist des Events wieder. Denn im Prinzip hat jeder jeden angefeuert. Und zu meinem Erstaunen auch für jeden richtig mitgefiebert. Wir haben unsere Motorprobleme leider nicht vollständig in den Griff bekommen und wurden nach vier Runden disqualifiziert, nachdem unsere Vorrichtung zur Lärmreduzierung sich selbstständig gemacht hat. Dennoch war es ein unbeschreibliches Gefühl unseren Wagen auf der Strecke zu sehen. Danach folgte die Siegerehrung im riesigen Gemeinschaftszelt und es wurde ordentlich mit allen Teams gefeiert.

Freitag – Tag 5
Am Freitag ging es wieder nach Hause. Dafür, dass ich am ersten Tag meine Entscheidungen hinterfragt habe, fiel es mir schon ein wenig schwer, mich vom Spielberg zu verabschieden. Sowohl die Teilnehmer, als auch die FSA-Crew, haben das Beste aus der Zeit rausgeholt und ein spannendes Event voller wertvoller Erfahrungen geschaffen.

Autor: Marcel-Ibrahim Sönmez

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