Events 2018

Formula Student Netherlands

Ort: TT Circuit Assen

Auch dieses Jahr waren wir froh wieder an der Formula Student Netherlands teilnehmen zu können. Wir – wie auch viele andere Teams – nutzten das Event als großen „Probelauf“ für die kommenden offiziellen Events, da sich die FSN leider auch in diesem Jahr noch nicht als solches auszeichnen konnte. Auch mit Blick auf die vergangene Saison, wo das Team bei der FSN2017 ein sehr erfolgreiches Event bestritten hatte, waren unsere Ziele für dieses Jahr nicht hoch, aber dafür klar gesetzt. Der erste Wagen, welcher von der aktuellen Team-Besetzung gebaut wurde, hatte zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht viele Kilometer gesehen. Daher dachte niemand an gute Platzierungen oder Trophäen. Der Fokus lag eher darauf, dass „Rüdiger“ überhaupt alle Disziplinen bestreiten konnte. Mit dieser Einstellung machten sich am 07.07.18, einem Samstag, 17 Studenten auf den Weg nach Assen in den Niederlanden. Die Anfahrt lief problemlos, auch weil Assen von Dortmund nur gute 270km entfernt ist. Durch die Anreise am Samstag waren wir eins der ersten Teams, welche auf der Campsite ankamen. Der offizielle Beginn des Events sollte Sonntagabend stattfinden, wir hatten also noch genug Zeit um die Zelte und Küche aufzubauen. Nach der „Opening Ceremony“ am Sonntag konnten wir bereits die Pit einrichten um dann am Montag bereit zum Scrutineering zu sein.

Scrutineering
Da am Montag bereits einige statische Disziplinen auf uns warteten konnten wir erst Dienstag das erste Mal zur technischen Abnahme gehen. Das „Scutineering“ hatte bei diesem Event eine gesonderte Stellung, es war das erste Scrutineering was „Rüdiger“ durchlaufen sollte. Erst hier würde sich zeigen ob unsere Überlegungen und Ideen Funktions- und Sicherheitstechnisch ausreichend waren, damit der Wagen auf die Strecke darf. Die ersten Etappen des Scrutineerings liefen gut, allerdings wurden bei der letzten einige technische Bedenken geäußert, womit wir dann noch mal in die Pit zurückmussten. Alles in allem aber keine bösen Überraschungen, daher ging das Team motiviert daran jene Stellen auszubessern. Aber es heißt ja „Kleinvieh macht auch Mist“, daher konnten wir erst am Mittwochmorgen zum zweiten Anlauf des Scrutineers gehen. Glücklicherweise konnten wir alle Mängel beheben und unsere Fahrer im gleichen Zug zeigen, dass sie den „Egress Test“ beherrschen. Von dort ging es direkt zum tanken und danach um Tilt Test. Trotz aller Bedenken hielt der Wagen selbst bei 60° Neigung dicht. Den darauffolgen Noise – und Breaktest bestanden wir ebenfalls auf Anhieb. Rüdiger war bereit.

Statische Disziplinen
Nicht nur für unsere Konstrukteure sollte dieses Event der Sprung ins kalte Wasser werden, da sie Ihre Bauteile theoretisch vor 4 Judges rechtfertigen mussten sondern auch für unsere „Wirtschaftler“, welche mit der „Business Plan Presentation“ und dem „Cost Report“ einen nicht unerheblichen Teil der Gesamtpunkte einfahren konnten. Beim „Design Report“ mussten die jeweiligen Konstrukteure ihre Teile vor einer kritischen Jury rechtfertigen. Zu diesem Zweck wurde der Wagen in vier Bereiche eingeteilt. Diese waren Fahrwerk, Chassis, Motor&Elektronik und Fertigung. Zu jeder Kategorie gab es ein Jury-Mitglied. Beim „Cost Report“ wurden von zwei „Judges“ Fragen zu der Dokumentation des Wagens gestellt. Abschließend wurden bei der Business Plan Presentation ein fiktives Geschäftsmodell von zwei Mitgliedern des Teams vorgesellt. Rundum liefen alle statischen Events für uns vollkommen zufriedenstellend.

Dynamische Disziplinen
Als am Mittwoch der Wagen für die Strecke freigegeben wurde sind wir als erstes zum Skid Pad gefahren. Dort konnten wir noch so gerade eben als vorletztes Team einen Run fahren bevor die dafür vorgesehen Zeitspanne vorüber war. Glücklicherweise hat Rüdiger mit seinem Fahrer Thomas diese erste Herausforderung souverän bewältigt. Im Anschluss sind wir direkt weiter zur Acceleration, wo wir drei Runs gefahren sind. Gegen Ende ist allerdings ein Teil der Schaltung gebrochen und wir mussten zurück in die Pit. Die darauffolgenden Reparaturen geschahen unter einem gewissen Zeitdruck, da abends noch das Autocross anstand. Mit einer provisorischen Fixierung der Schaltung im zweiten Gang ging es dann zum Autocross. Da das Autocross als Qualifikation zur Endurance dient, wurde die erste Runde sehr sicher gefahren. Bei der zweiten wurde versucht eine gute Rundenzeit zu holen, wobei dies durch die fehlende Schaltung etwas beeinflusst wurde. Am Ende dieses langen Tages hatten wir es geschafft das Autocross zu fahren und uns für die Endurance am Donnerstag zu qualifizieren. Der Donnerstag find für uns früh an da wir einer der ersten Wagen beim Endurance waren. Der Wagen wurde vorab nochmals auf technische Mängel überprüft und dann auf die Strecke geschickt. In der ersten Hälfte holte unser Fahrer Phil alles aus dem Wagen raus, was möglich war. Nach elf Runden kam er dann sicher zum Fahrerwechsel wieder in die Box. Der Wechsel an sich lief souverän und so wäre vermutlich auch die zweite Hälfte gelaufen – wenn Rüdiger wieder angesprungen wäre. Leider tat er es nach mehreren vergeblichen Versuchen nicht und somit mussten wir ernüchtert die Disqualifizierung hinnehmen. Das Aus nach der ersten Hälfte der Endurance war zwar ärgerlich, dennoch wurde allen schnell bewusst, dass dies nur die letzten paar Prozent waren. Dass wir zur zweiten Hälfte dort waren hieß, dass wir den Weg bis dahin geschafft hatten. So hatten wir doch nahezu alles erreicht was wir uns vorgenommen hatten und dieser Gedanke brachte das Grinsen zurück in unsere Gesichter. Rüdiger war gefahren, hatte gekämpft und ist weitergekommen als wir es gedacht hatten. Nach einer gelungenen „Award Ceremoy“ und einem gesamt gelungenen Event sehen wir ermutigt und gestärkt FSA und FSG entgegen.

Ihr/Euer GET racing Team

 

Formula Student Germany

Ort: Hockenheimring

Die Formula Student Germany sollte für uns den krönenden Abschluss der Saison darstellen. Wir waren sehr froh, dass wir uns auf Anhieb einen der heiß begehrten Plätze bei dem Event in Hockenheim ergattern konnten, da zahllose andere Teams ebenfalls das Ziel hatten zu dem größten Formula Student Event der Welt zu fahren. Am 07.08.2018 machten wir uns früh am Morgen auf den Weg Richtung Süden und waren nach einer knapp 6 stündigen Fahrt am Hockenheimring angekommen. Direkt nach der Ankunft machte sich ein Teil des Teams auf, das Team anzumelden während sich der Rest um die Campsite und um den Wagen kümmerte. Nach der Anmeldung konnten wir unsere Pit beziehen, welche wir uns mit Hamburg, Schweinfurt, Mailand und Linköping teilten.

Scrutineering
Vor der Opening Ceremony wurden schon diverse Sachen für die technische Abnahme (Scrutineering) am Mittwoch vorbereitet. Doch FSG ist nicht grundlos bekannt für die strenge Durchsetzung der Regeln. Beim Scrutineering traten trotz 2 zuvor bestrittenen Events diverse Mängel auf, welche den ganzen Tag in Anspruch nehmen sollten. Das Team ließ sich dadurch aber nicht Entmutigen und arbeitete bis tief in die Nacht daran die Scrutineers am Donnertag nicht zu enttäuschen. Nachdem am Donnerstagvormittag erst die statischen Disziplinen auf dem Plan standen ging es am Nachmittag zum Re-Scrutineering, mit Erfolg.

Statische Disziplinen
Die statischen Disziplinen sollten alle am Donnerstagvormittag stattfinden, was eine Herausforderung für das Team darstellte da nicht viel Zeit zum Durchatmen und Organisieren blieb. Beim Design Report wurde FSG-gemäß der Wagen auf Herz und Nieren geprüft und hinterfragt. Trotz der teilweise kniffeligen Fragen konnte sich das Team mit der Konstruktion behaupten. Der Cost Report – welcher bei den 2 vorherigen Events sehr gut aufgenommen wurde – konnte auch bei FSG einen guten Eindruck hinterlassen, auch wenn sich die Methoden der Judges von den anderen Unterschieden hatte. Zuletzt war noch die Business Plan Presentation auf dem Plan, welche diesmal zwar von anderen Teammitgliedern vorgestellt wurde als es bisher der Fall war. Trotz allem konnten sie das Konzept gut präsentieren.

Dynamische Disziplinen
Da am Donnerstag bereits alle Probleme bei „Rüdiger“ behoben wurden konnten wir am Freitag das erste Team im Skidpad sein. Nach den ersten 2 Runden wurde die Fahrt analysiert und der Wagen etwas optimiert. Diese Änderungen wurden zunächst in der Test-Area erprobt bevor es dann zu weiteren 2 Runden auf den Skidpad Kurs ging. Die Fahrer waren zu diesem Zeitpunkt zufrieden mit den Einstellungen und so ging es sofort weiter zur Acceleration. Dort fuhren wir alle 4 Runs direkt hintereinander. Glücklicherweise überstand „Rüdiger“ diesen Tag ohne jeglichen Schaden zu nehmen, was dem Samstag viel Stress ersparte. So hatten wir die Gelegenheit uns viele andere Teams und Wagen anzuschauen. Mittags absolvierten wir dann die ersten 3 Runs im Autocross, danach wurde nochmals die Fahrt analysiert und Optimierungen vorgenommen. Am Nachmittag traten wir dann die anderen 2 Runs im Autocross an und absolvierten diese erfolgreich. Mit der Beendigung des Autocross hatten wir uns somit auch für das Endurance am Sonntag qualifiziert und konnten guten Gewissens zum ersten Teil der Award Ceremony am Abend gehen. Durch eine gute
Zeit beim Autocross starteten wir am Sonntag gegen 09:30 Uhr. Die erste Hälfte des Endurance verlief gut, außer dass die Schaltung nach einigen Runden versagte. Selbst der Fahrerwechsel lief problemlos und so konnten wir in die zweite Hälfte starten. Diese lief ebenfalls gut bis 2 Runden vor Schluss der Motor aus ging und leider nicht wieder ansprang. Dies war ein bitteres Schicksal, welches wir mit der Hälfte aller Teams teilten.

Schlusswort
Dennoch nahm uns das nicht den Mut, immerhin hatten wir es fast durch das ganze Event geschafft und waren froh darüber diese Erfahrung gemacht haben zu können. Wir waren uns bewusst, dass das Niveau bei FSG hoch sein würde und wir haben alles getan um diesem gerecht zu werden. Auch wenn wir nicht alle Disziplinen abschließen konnten, kann man dennoch behaupten dass wir alles erreicht haben was wir erreichen konnten und dass wir mit allen Erfahrungen und allem Gelernten bereits jetzt auf die neue Saison freuen…

Vielen herzlichen Dank allen Sponsoren und Unterstützern!

Ihr/Euer GET racing Team

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